Finale

Fast vier Monate ist es her seit meinem letzten Hausblogbeitrag. Inzwischen wohnen wir seit drei Monaten im neuen Haus. Während des Umzugs war die Zeit einerseits ziemlich knapp, andererseits hatten wir dank Telekom bis Mitte Juli noch, abgesehen von einem UMTS-Stick, den wir sehr sparsam nur für das Nötigste verwendet hatten, kein Internet.

Bevor die Erinnerungen komplett verblasst sind, hau ich jetzt mal in die Tasten. Und während ich das hier tippe, beackern die Tiefbauer gerade unseren Garten.

Der Umzug

Am 23. Mai wurde endlich umgezogen. Ein paar Tage vor dem Umzug bekamen wir unsere Küche, die Treppe und die Innentüren. Der Innenputz in den Bädern wurde auch aufgetragen und Christian und ich, mittlerweile quasi Profi-Maler, strichen dann im Anschluss die Wände. Außerdem half Christians Vater uns noch dabei, die Badezimmermöbel aufzubauen.

Treppenhaus ohne Treppe
Treppenaufbau
Badezimmer mit Waschbeckenschrank

Unpassenderweise machte auch der Fliesenleger am 23. Mai die letzten Arbeiten im Eingangsbereich. Der Bereich wurde vorher ausgespart, weil die Außentür ja auch erst Anfang Mai eingebaut worden ist. Außerdem kamen die Tiefbauer, die bei uns das Glasfaser verlegen sollten, ebenfalls am 23. Mai und baggerten ein Loch direkt vor unsere Haustür.

Baggerloch am Umzugstag

Für den Umzug hatten wir Hilfe von den „Helfenden Händen Sauerland e.V.“. Die beiden Helfer kamen mit einem Kleinbus, einem Anhänger und guter Laune und somit hatten wir trotz dieser beiden kleinen Schikanen einen echt entspannten Umzug. Ich bin ja in den letzten Jahren öfter umgezogen und so entspannt wie dieses Mal war es wirklich nie. Als letztes bauten wir noch unser Bett auf und fielen totmüde in selbiges.

Das Bett steht. Gute Nacht.

In den Tagen nach dem Umzug haben wir dann noch mit einem kleinen Eimerchen Farbe in der alten Wohnung ein paar Ausbesserungen gemacht und die Wohnung pünktlich zum ersten Juni übergeben. Der Übergabetermin mit den Vermietern verlief auch sehr unproblematisch und so war diese ganze Umzugsphase erstaunlich stressfrei.

Kurz nach dem Umzug ging es auch mal wieder zu IKEA, um ein Regalsystem für unser Schlafzimmer zu kaufen. Anstelle eines wuchtigen Schlafzimmerschranks besteht das Regalsystem aus ein paar fest an die Wand geschraubten vertikalen Trägern und diversen Regalböden, Kleiderstangen, Körben und anderem Klimbim, das man ganz nach Belieben einhängen und umhängen kann. Wir kauften grob geschätzt hier und da ein paar Böden und Träger ein und brachten den Überschuss im Anschluss zurück.

Schrankwand im Schlafzimmer

Im Juni kehrte dann Ruhe ein, so ohne Internet und Hausbaudeadlinestress.

Die Fassade

Bei der Fassade fiel es mir bisher am schwersten, Geduld aufzubringen. Ein Haus mit dunklem bzw. rotem Putz erfordert davon schon eine Menge. Im Gegensatz zu den verklinkerten Häusern unserer Nachbarn, bei denen die Klinker schon vor dem Innenausbau gemauert wurden, sah unser Haus jetzt seit Weihnachten von außen immer gleich aus. Bis zum Endzustand sollte es dann noch eine Weile dauern.

Das nackte Haus Mitte Mai

Mitte Mai ging es endlich mit dem Außenputz los. Die erste Schicht wurde ein wundervolles, grobes Betongrau.

Trendfarbe Betongrau
Nicht so praktisch, aber aus Prinzip: Grillen bei zugeklebter Terrassentür

Dieses wunderschöne Grau musste erstmal drei Wochen lang durchtrocknen. Man kann sich in diesem trockenen Sommer 2018 kaum daran erinnern, aber im Mai war es relativ feucht und die Tatsache, dass unsere Fenster und Terrassentüren über einen Monat lang mit Folie zugeklebt waren und wir die Lüftung auch noch nicht in Betrieb nehmen konnten, war schon ziemlich ätzend.

Als nächstes bekamen wir eine weiße, feinere Putzschicht. Sieht gleich viel fertiger aus, aber irgendwie noch recht langweilig.

Voll Mainstream: Weiß

Auch diese Schicht musste wieder mindestens eine Woche trocknen. Zeit für uns, die Sparren, Pfetten und Lattung mit Holzlasur zu streichen. Da es für uns das erste Mal war und alles doppelt gestrichen werden sollte, kam uns diesmal die Wartezeit ganz gelegen. So konnten wir in Ruhe an ein paar Abenden nach der Arbeit und am Wochenende auf dem Gerüst herumturnen und das Holz weiß streichen, bevor es mit dem dunklen Putz weiterging.

Streicherduo, Solopart Christian
Aufm Dach

Nachdem wir uns mit dem Streichen ziemlich beeilt hatten, dauerte es aber dann doch noch eine Woche, bis es endlich weiter ging.

Bleibt das jetzt so?

Die nächste Schicht war der rostrote Unterputz. Dieser grobe Putz gab dem Haus auch seine endgültige Struktur. Jetzt fehlte also nur noch der letzte Schritt, die Fassadenfarbe. Wieder eine Woche warten…

Ende Juni war es dann so weit: Die Farbe war dran, die Folien endlich von den Fenstern und wir ziemlich glücklich, jetzt endlich auch unsere Terrassentür benutzen zu können.

Fertig!
Freiheit hintenrum (ohne Folie)

Wir sind jetzt weit und breit das einzige rote Haus. Da unsere Straße noch von keinem Navigationssystem gefunden werden kann, ist die Wegbeschreibung „im Neubaugebiet und dann das rote Haus“ ziemlich praktisch.

Mit der Farbe sind wir sehr glücklich. Je nach Tageszeit wirkt es mal eher rostrot, mal karminrot. Auf jeden Fall immer warm und freundlich und nicht, was unsere größte Befürchtung war, zu kalt oder zu braun. Man weiß ja nie, wie sich die Farbe, die man sich vorher nur anhand eines Farbfächers ausgesucht hat, auf der großen Fläche aussieht.

Die Küche

Unser Koch-, Ess- und Wohnbereich ist L-förmig und, wie heutzutage üblich, ein großer, ineinander übergehender Bereich. Ich finde diesen Trend sehr praktisch, denn ich mag es, wenn ich in der Küche arbeiten kann, ohne mich von den anderen abgeschnitten zu fühlen. Außerdem habe ich die (nervige) Angewohnheit, einen Film/eine Serie zu schauen und dabei mal eben den Abwasch o.ä. zu erledigen.

Die Küche im Februar, vor Verlegung von Heizung und Lüftung
Die Küche mit endgültigem Fliesenbelag in Betonoptik
Blick von der Küche in Richtung Ess- und Wohnbereich

Nachdem mehrere Bekannte und Verwandte in der letzten Zeit Küchen von IKEA gekauft hatten, stand für uns auch ziemlich schnell fest, dass wir eine IKEA-Küche bekommen sollten. Die Küchenplanung war recht unproblematisch. Einen groben Plan hatten wir von Anfang an. Mit jedem erneuten IKEA-Besuch wurde dann wieder eine Kleinigkeit geändert, bis wir die Küche endlich am 12. April gekauft hatten.

Küche, erster Entwurf

Aufgrund der beiden großen Fenster waren die Standorte von Spüle, Herd und Ofen relativ festgelegt. Den Kühlschrank haben wir aus der alten Wohnung mitgenommen. Die größte Freiheit hatten wir mit dem Übergang in Richtung Essbereich. In unserem ersten Entwurf hatten wir eine normale Küchenzeile als Insel in Richtung Wohnzimmer geplant und diese dann um 40 cm verlängert. Erst bei unserem letzten IKEA-Besuch wurden wir auf die Idee gebracht, statt einer längeren eine tiefere Arbeitsplatte zu nehmen. Die Lösung gefiel uns deutlich besser, da damit der Durchgang zur Küche nicht verkleinert wurde und wir eine Art Theke zwischen Küche und Esszimmer bekommen würden. Ideal, um von beiden Seiten z.B. Kekse zu backen oder sich vom Essbereich aus mit einem Hocker dranzusetzen und beim Kochen zuzugucken.

Küche, zweiter Entwurf

Als Liefertermin wurde der 16./17.05. abgemacht und auch das lief einwandfrei nach Plan. In unserer Düsseldorfer Wohnung hatten wir drei Monate auf die Küche warten müssen und so wären wir darauf vorbereitet gewesen, in der Dusche den Abwasch erledigen und auf einem Campingkocher kochen zu müssen. So war dann aber doch alles viel einfacher.

Den Küchenaufbau haben wir machen lassen, da sich das bei einer Massivholzarbeitsplatte um drei Ecken inklusive einer Arbeitsplatte in Übergröße nicht gerade als leichte Aufgabe herausstellt. Auch das klappte – booring – ziemlich gut. Christians Vater hat uns dann noch dabei geholfen, versenkbare Steckdosen in die Arbeitsplatte einzulassen und zu verdrahten.

Küchenaufbau

Pünktlich zum Einzug war dann alles fertig. Über zwei Dinge bin ich besonders froh: Das eine ist, dass wir uns für eine Massivholzarbeitsplatte und nicht für Furnier entschieden haben. Ich habe es nämlich direkt zu gut mit dem Holz gemeint und die Arbeitsplatte überölt, weshalb ich direkt nach einer Woche schon die Arbeitsplatte zum ersten Mal abgeschliffen habe, da sie voller hartem, klebrigen Öl war. Ich war direkt panisch, dass ich mir sofort meine neue Küche versaut hätte, aber durch das Abschleifen hat sich diese Panik ziemlich schnell verflüchtigt, denn zum einen verzeiht eine Massivholzarbeitsplatte ziemlich viele Fehler und zum anderen ist Abschleifen echt easy.

Die andere Sache, über die ich froh bin, ist der Induktionsherd, für den wir uns auf den letzten Drücker entschieden hatten: Zwar brauchten wir jetzt bis auf ein paar wenige Ausnahmen neue Töpfe und Pfannen, aber kochen mit Induktion macht echt Spaß. Eine würdige Alternative für alle Gasherd-Fans.

Fertig!
Der Garten

Die Arbeiten in und am Haus sind jetzt größtenteils abgeschlossen. Ein paar Kabel gucken noch aus den Wänden und bis wir richtige Lampen haben, dauert es sicher auch noch ein wenig. Das nächste große Projekt ist aber sicher der Garten.

Um das Brachland etwas wohnlicher zu gestalten, habe ich uns Anfang Juli eine kleine Terrasse gebastelt, sprich einen Steinkreis gelegt und das darin wachsende Unkraut gezupft. Bei unserem festen, lehmigen Boden schon eine schweißtreibende Angelegenheit.

Die Terrasse

Diese Woche werden auf der Südseite unseres Grundstücks L-Steine in einem Meter Höhe gesetzt. Die Steine sollen unsere Grunstücksgrenze zu den Nachbarn festigen. Dazu musste der Tiefbauer heute aber erstmal die Grundstücksgrenze freibaggern, denn bisher lag auf der Grenze ein großer Haufen Mutterboden vom Nachbarn. Obwohl der Nachbar den ganzen Boden nicht braucht, hat er ihn praktischerweise erstmal dort liegen lassen und wir dürfen zum Anfüllen für unser Grundstück das meiste davon benutzen.

Was ist ist gelb und kann nicht schwimmen?
Unser Burggraben. Morgen kommen da die L-Steine hin.

Insgesamt haben wir ein Gefälle von ca. zwei Metern von Nord nach Süd. Nachdem die L-Steine gesetzt worde sind, müssen wir nur noch einen Meter ausgleichen. Das und den endgültigen Gartenausbau werden wir aber wohl in diesem Jahr nicht mehr in Angriff nehmen.

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