Das Erdgeschoss ist fertig

Es ist schon wieder 2,5 Wochen her, seitdem ich das letzte Mal auf der Baustelle war. Zu dem Zeitpunkt war gerade die Bodenplatte fertig gegossen und die Bauarbeiter hatten bereits die Ziegel oben drauf gestellt, um am nächsten Tag das Erdgeschoss aufzumauern. Wie das so ist im November, hatten wir ein bisschen Sturm, der die Perimeterdämmung des Kellers wieder abgerissen hatte, aber sonst sah alles gut aus.

In der ersten Novemberwoche gab es wegen der zwei Feiertage in NRW (Reformationstag und Allerheiligen) und dem einen Brückentag nur zwei Arbeitstage für die Bauarbeiter. Christians Eltern schickten uns dann (sie waren gerade auf Durchreise) am 6. November ein erstes Bild von den Grundmauern.

Zwei Tage später, am 8. November, war Christian auf der Durchreise, da sah es dann schon so aus:

Der nächste Termin war dann diesen Montag (13.11.). Vor Ort wurde mit der Firma, die die Fenster einsetzt, Maß genommen. Einer von uns musste auch anwesend sein, um die Anschläge für die Fenster final festzulegen. Zu dem Zeitpunkt waren die Grundmauern fertig gemauert und es fehlte nur noch der Deckel fürs Erdgeschoss. Weil ich nicht dabei sein konnte, hat Christian diesmal fleißig Fotos geknipst.


Blick von vorne auf den Hauseingang.


Fundament für die Garage und rechts das Badezimmerfenster.


Blick aus der gemauerten Dusche ins Bad und durchs Fenster auf die Straße.


Blick von der Bürotür zum Essbereich. Links ist die Terrassentür, die hinten in den Garten führt.

Beeindruckend ist übrigens auch, dass der große Berg mit Lehm, Steinen und Erde scheinbar verschwunden ist. Nachdem unser Keller im September ausgehoben worden war, war ich schon etwas überrascht von dem riesigen Schuttberg.

Wir hatten damit gerechnet, dass da einige LKW-Fuhren zusammenkommen würden, um den Schutt abzutransportieren, es sei denn, unsere Nachbarn, die nächstes Jahr bauen wollen, nehmen uns den Schutt ab um aufzuschütten. Wir haben ja alle Hanglage und wer nicht wie wir mit einem Keller baut, muss aufschütten, um eine gerade Ebene zu bekommen. Jetzt sind Keller, Drainage, Revisionsschächte und so weiter rund um den Keller herum fertig, also konnte das Loch wieder zugeschüttet werden – und schon ist er weg, der Berg. Die Berge, die man hier noch sieht, gehören zu den Nachbarn, die unter uns bauen.

Diesen Freitag (17.11.) habe ich dann die Chance genutzt, früh Feierabend machen zu können und gerade noch im Hellen zum Haus zu fahren. Seit November arbeite ich in einer anderen Stadt und mein neuer Arbeitsweg führt fast direkt an unserem neuen Wohnort vorbei. Ich fahre nach Feierabend immer von Süden Richtung Haar und von der Bundesstraße aus hat man einen schönen Blick auf den Ort, der ja komplett am Hang liegt. Ich muss mich immer zusammenreißen, auf die Straße zu gucken und nicht in Richtung Ort, um unseren Baukran zu suchen. Bisher war es abends schon immer Dunkel, weshalb ich den Schlenker noch nie gefahren bin, aber jetzt hatte ich es doch mal geschafft.

Seit Mittwoch (15.11.) ist nun der Deckel fürs Erdgeschoss gegossen und auf dem Estrichboden des Obergeschosses liegen, wie neulich beim Erdgeschoss, bereits die Ziegel, um Montag mit dem Aufmauern der ersten Etage zu beginnen. Ich bin immer noch fasziniert, wie schnell der Estrich trocknet und wie schnell der auch schon wieder belastet werden kann.

Nachdem bei meinem letzten Besuch am Grundstück der Zugang zum Haus mit Brettern vernagelt war, war die Brücke heute offen und ich konnte endlich die ersten Schritte ins Haus setzen. Das ist wirklich ein anderes Gefühl als es nur auf den Fotos oder auf Bauzeichnungen zu sehen. Ich hatte vorher kein Gefühl für die Dimensionen und es fühlt sich tatsächlich erstmal irgendwie klein an. Ich denke aber, das wird sich alles spätestens ändern, wenn die ersten Möbel drin sind.

In dieser Woche wurde unter anderem auch die Garage aufgemauert. Als Christian Montag auf dem Grundstück war, war hier nur das Fundament zu sehen, jetzt fehlt nur noch das Dach.


Die aus Beton gegossene Kellertreppe führt hinten in die Garage hinein. Links ist eine Tür, die dann von der Garage aus in den Garten geht.

In der ersten Planung ging die Kellertreppe noch direkt vom Keller aus in den Garten. Da hätte es aber das Problem gegeben, dass der Kelleraufgang mit Regenwasser volläuft und man da noch weitere Vorkehrungen treffen müsste, damit der Keller trocken bleibt. Also kamen Christian und ich auf die Idee, die Kellertreppe um 90° zu drehen so direkt in die Garage zu führen. Somit ist der Kelleraufgang immer trocken und man kann von der Garage aus direkt ins Haus, ohne durch den Regen gehen zu müssen.


Die Garage von hinten: Hier sieht man die Tür in den Garten.  Links von der Garage sieht man das Bürofenster, daneben den Erker im Wohnbereich und das große Terrassenfenster. Außerdem ist zu erkennen, dass die Garage leicht tiefer liegt als das Haus.

Das Ganze hat mehrere Gründe: Die Garage schließt direkt an das Nachbargrundstück an, weshalb sie eine gewisse Höhe nicht überschreiten darf. Diese Höhe wird von der Straße aus gemessen. Das Grundstück ist leicht abfallend und das Haus liegt leicht erhöht. Hätten wir die Garage auf die gleiche Höhe gesetzt, hätten wir die Gesamthöhe überschritten. Im Grunde ist das kein Problem, wenn man sich mit den Nachbarn einigt. Allerdings hätte man das alles schriftlich abmachen müssen und die Nachbarn hatten uns zwar mündlich gesagt, dass es kein Problem ist, sie waren aber noch nicht so weit in ihrer Bauplanung, dass man es auch schriftlich hätte festsetzen können. Zudem kam ja mitten in unserer Planung die Idee auf, die Kellertreppe in die Garage zu verlegen. Von daher bot es sich auch für uns an, die Garage tiefer zu setzen, um die Kellertreppe zu verkürzen und so mehr Platz in der Garage zu haben. Unsere einzigen Bedenken waren dann noch, dass sich eine tiefergelegte Garage leicht mit Regenwasser füllen würde. Die Baufirma hat uns aber beruhigen können, da auch um die Garage herum eine Drainage verlegt ist. Nachdem das festgelegt war, haben wir auf Spaziergängen immer wieder Garagen gesehen, die deutlich tiefer waren als unsere, die ja nur ein bisschen tiefer ist als die Umgebung. Die Lösung mit der tieferen Garage hat also bisher nur Vorteile.


Blick vom Essbereich auf den Wohnbereich und durch das große Terrassenfenster in den Garten. Hinter der Wand ist das Büro.


Blick aus dem Garten auf die Südseite des Hauses. Links die Terrassentür, in der Mitte der Erker mit dem großen Terrassenfenster, rechts das Bürofenster und daneben ist die Garage zu erahnen.


Und noch ein Blick von Südosten auf die Garage, dahinter das Haus.

In der Zwischenzeit haben wir uns auch schon um die Haustür gekümmert. Wir waren letzten Samstag bei einer Firma, bei der wir eine Tür ausgesucht haben, die uns beiden gefällt. Diesen Samstag waren wir noch einmal da, um uns wegen einer Nebeneingangstür für den Keller beraten zu lassen. Hier müssen wir allerdings in der kommenden Woche noch abklären, ob wir eine Brandschutztür aus Stahl brauchen oder ob es auch eine Kunststofftür sein kann. Da wir kein Gas im Haus haben, sondern Erdwärme, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass wir die Stahltür brauchen, aber das wird uns sicher die Baufirma beantworten können.

Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie das Ganze dann mit Dach aussieht und wann es so weit sein wird. Zuerst hatten wir mit Ende Oktober gerechnet, dann wurde uns Mitte November gesagt. Wenn es in diesem Tempo so weiter geht, sollte es aber dann Ende November wirklich so weit sein. Mittlerweile sind wir beim Thema Richtfest so weit, dass wir aufgrund der Jahreszeit und der Entfernung zum jetzigen Wohnort keine große Sache daraus machen werden. Mich hat das Thema in den letzten Monaten ziemlich beschäftigt, weil ich finde, dass es irgendwie dazu gehört und ich doch etwas abergläubischer bin, als ich zu sein scheine. Auch mein Opa, der früher selbst Häuser gebaut hat (heutzutage wäre er wohl Bauingenieur geworden), fragt hin und wieder danach. Ihm ist so etwas sehr wichtig. Der Bauleiter meinte jedoch, dass wir uns das bei diesem Wetter sparen könnten und es auch nicht mehr unbedingt erwartet wird. Er erzählte auch, dass er erst neulich auf einem Richtfest war, wo außer ihm niemand gekommen war und das Paar deshalb sehr traurig war. Klingt wie ein kleiner Wink in Richtung „Spart euch den Aufwand“. Bei den Geschwindigkeiten werden wir wohl sowieso erst ein paar Tage vorher erfahren, wann der Dachstuhl dann fertig ist. So haben wir dann hoffentlich mindestens die Chance, eine kleine Aufmerksamkeit in Form von Kuchen und/oder Getränken vorbeizubringen und eventuell den Nachbarn Bescheid zu sagen.

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