Auf die Schnelle: „Bolognese“

Einmal am Tag eine richtige Mahlzeit zu essen finde ich wichtig. Einmal am Tag eine richtige Mahlzeit zu kochen gibt mir außerdem das Gefühl, dass ich mein Leben im Griff habe. Gerade, nachdem man den ganzen Tag im Büro gesessen und auf den Bildschirm gestarrt hat, während man abstrakte Gedanken formt, tut es gut, abends etwas Richtiges herzustellen.

Über die Jahre haben sich bei mir und meinem Freund ein paar Gerichte etabliert, die es je nach Stimmung, Jahreszeit und Wetter immer wieder gibt und in der Regel ohne lange Einkaufslisten auskommen. Trotzdem gibt es bei uns oft einfach nur Brot, Tiefkühlpizza oder Dosensuppe, was nicht gerade glücklich macht. Deshalb möchte ich jetzt im regelmäßigen Abstand mal meine Wochentagsrezepte hier aufschreiben. Hauptsächlich, um mir selbst etwas in den Hintern zu treten, aber vielleicht kriege ich hiermit ja den einen oder anderen auch zum Kochen motiviert.

So, jetzt will ich nicht länger um den heißen Brei (mmmh, Brei) herumreden und loslegen. Über Variationen oder andere Rezepte in den Kommentaren würde ich mich im Übrigen freuen. Ein bisschen Variation im Alltag schadet ja nie.

„Bolognese“

Den Anfang macht ein Klassiker. Meine „Alltagsbolognese“ (in Anführungszeichen, um Sprüchen wie „Aber das Original geht doch ganz anders“ zu entgehen). Am Wochenende mache ich manchmal eine aufwändigere Variante, aber für unter der Woche habe ich die Zutaten auf das für mich Wesentliche reduziert. Natürlich schmeckt Bolognese immer noch etwas besser, wenn sie länger auf dem Herd steht, aber ich finde, dass man sie mit der richtigen Würze auch schon nach 20 Minuten essen kann.

Das erste Essen, das ich als Jugendliche kochen konnte, war Pizzasoße. Mein Bruder machte meistens den Teig. Von der Pizzasoße zur Bolognese ist es dann auch kein weiter Weg mehr: Bolognese machen lernte ich in Form von kleinen Zettelchen, die meine Mutter morgens schrieb und auf die Arbeitsplatte neben einen Klumpen tiefgekühltes Hackfleisch legte, bevor sie zur Arbeit fuhr. In ihr Alltagsrezept gehörte immer noch ein Päckchen „Soße für Hackbraten“. Ich fand das immer etwas cool und rebellisch: Zwar war es auch Maggi-Fertigpulver, aber für ein anderes Gericht, also kam es mir mehr vor wie Selbermachen.

Mittlerweile benutze ich schon seit Jahren kein Soßenpulver mehr, ich habe aber kürzlich im Hollandurlaub eine Tube „Umamipaste“ gefunden und ausprobiert. Diese Paste ist auch ein absoluter No-Brainer. Schmeckt die Bolognese fad, einfach Umamipaste rein. Für mich fühlt sich das schon irgendwie wie cheaten an, also benutze ich sie nicht immer, um mir zu beweisen, dass ich auch selbst würzen kann. Es ist also kein Drama, wenn man so etwas nicht zu Hause hat.

Jetzt aber zum eigentlichen Rezept:

Rezept für 2 Personen

  • 1 Zwiebel
  • 1/2 Packung Schinkenwürfel (wir nehmen die Packungen, die noch einmal in drei kleinere Portionen unterteilt sind)
  • 300 g Rinderhackfleisch
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 Möhre
  • 1 Dose Tomaten in Stücken
  • Herbes de Provence
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1-2 eingelegte Knoblauchzehen
  • 1/4 TL Zimt
  • 1/4 TL Kreuzkümmel
  • Umamipaste (optional)
  • 250 g Spaghetti
  • 1/2 Stück Hartkäse (Parmesan, Grana Padano, Pecorino)
  • Olivenöl
  1. Einen großen Topf mit Wasser und einem gehäuften TL Salz füllen. Deckel drauf, auf höchste Stufe stellen und Nudeln schon einmal daneben legen.
  2. Zwiebel und Möhre schälen und in kleine Stückchen schneiden. Besonders die Möhrenstückchen schön dünn schneiden, damit sie schneller durchgaren.
  3. Zwiebel, Möhre, Zucker und Tomatenmark mit einem Klecks Olivenöl in einer mittelgroßen Pfanne auf mittlerer Hitze anschwitzen und ein bisschen karamellisieren lassen.
  4. Schinkenwürfel und Hackfleisch dazu geben. Knoblauch kleinschneiden, ebenfalls dazu geben und alles anbraten.
  5. Wenn das Fleisch nicht mehr rosa ist, Dosentomaten dazugeben.
  6. Herbes de Provence, Zimt, Kreuzkümmel, Pfeffer, Salz und Umamipaste nach Geschmack dazu geben. Auf kleiner Stufe köcheln lassen und eventuell nachwürzen.
    Ich versuche immer, genau so viel Salz wie Zucker zu nehmen. Tomaten sind ziemlich sauer, von daher muss in meinen Augen immer etwas Zucker dazu. Da die Säure sich beim längeren Kochen eher verflüchtigt, passiert es mir bei der Schnellbolognese aber auch gerne, dass ich schon mal etwas nachzuckere.
  7. Käse über einer kleinen Schüssel reiben und auf den Tisch stellen.
  8. Nudeln in das Wasser geben, sobald es kocht und nach Packungsangaben kochen.
  9. Wenn die Nudeln fertig sind, Nudeln abgießen und auf die Teller aufteilen. Herd ausschalten und Soße über die Nudeln verteilen. Käse nicht vergessen!

Serientipp zum Essen: Die Sopranos

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.